Warum fahre ich Motorrad? – #Kolumne

Warum fahre ich Motorrad?

Diese Frage bekommt man doch oft von Leuten zu hören, genauso wie „ein Motorrad hat eben keine Knautschzone!“

In einer Skala von total nervig bis total nervig, wie nervig ist es? Total oder? Also würde ich jedes mal 1€ dafür bekommen, wenn mein Großvater zu mir sagt, dass Motorradfahren ja gefährlich sei, dann müsste ich nicht mehr arbeiten gehen und meine noch ungeborenen Kinder hätten ihr Studium bereits bezahlt. Aber in manchen Situationen erwischt man sich doch dann mal.

Warum fahre ich eigentlich Motorrad?

Diese Frage tauche bei mir wieder auf, nachdem mein Bruder einen unverschuldeten Unfall mit dem Motorrad hatte. Er stürzte und verletzte sich dabei.

Wenn man mal rein logisch an die Sache Motorrad fahren heran geht, sind Menschen nicht dafür geschaffen, einen solchen Apparat zu bedienen. In dem Buch „die obere Hälfte des Motorrades“ wird es sehr anschaulich beschrieben:“…Die konstruktiv vorgesehen Geschwindigkeiten zur Ortsveränderung liegen beim Menschen aufgrund seiner Sinnesleistungen und seiner Motorik bei 5-6 Metern in der Sekunde also rund 20km/h. Eine Geschwindigkeit, die der Mensch als Läufer noch einigermaßen bequem erreichen kann.“

Warum also setzen wir es uns auf eine Maschine die für uns rein Technisch ein Wagnis darstellt? Ist es in der modernen Zeit einfach die „billigste“ Variante sich zu fühlen als wäre man frei? Ein Freiheitsgefühl ist jedenfalls vorhanden beim Motorrad fahren. Man spürt die Wärme der Sonne oder die Kälte des Regens auf seinem Körper. Man riecht Tannenwälder, Kuhscheiße und Landluft.

Aber allein das reicht nicht aus, sonst könnten wir ja auch einfach wandern gehen, oder?

Vielleicht liegt es an der Kombination von Adrenalin durch die Geschwindigkeit und dem Freiheitsgefühl. Denn wie wir oben gelernt haben, ist der Mensch biologisch nicht dafür geschaffen mit mehr als 20km/h durch die Wälder zu brausen.

Erinnert es uns also an die Wurzeln? An Höhlenmenschen? Ist das vielleicht ein Mitgrund, weswegen eher mehr Männer Motorrad fahren als Frauen?

Ich denke es hat etwas damit zu tun, dass wir mit etwas angefangen haben und es uns Spaß gemacht hat.

Wie entsteht Spaß ? Natürlich im Gehirn. Auch wenn wir Glück im ganzen Körper empfinden, entsteht dieses Gefühl vor allem im Gehirn. Im Gehirn gibt es verschiedene Bereiche. Im Mittelhirn liegt das Belohnungszentrum. Es besteht aus einer Ansammlung von Neuronen. Neuronen sind Nervenzellen, die elektrische Signale aufnehmen und weiterleiten. Wenn uns etwas Tolles passiert, werden in dem Belohnungszentrum Glückshormone ausgestoßen, zum Beispiel Dopamin. Dieses Glückshormon wird dann von den Nervenzellen in das Vorderhirn und in das Frontalhirn weitergeleitet. Das Dopamin bewirkt, dass unser Gehirn besser funktioniert und wir aufmerksamer werden.

Folglich wenn wir Motorrad fahren und wir haben Spaß daran, empfinden also Glück, dann Belohnen wir uns selber mit Dopamin. Irgendwann kann man auch abhängig werden von Hormonen oder Wirkstoffen. Bestes Beispiel: Das Rauchen. Jeder Kettenraucher wird unglücklich, wenn er keine Zigaretten mehr bekommt. Das Gehirn schüttet kein Dopamin mehr aus, die durch das Rauchen und das Nikotin ausgestoßen werden.

Der Kettenraucher ist dem Motorradfahrer wahrscheinlich ähnlich. Es ist eine Sucht. Eine Sucht nach Glückshormonen. Quasi das selbe Laster wie ein Raucher.

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