Testbericht – Z750 R am Ring

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    Z750 R am Ring

    Würdiges R ? Beweisaufnahme am Slovakiaring. Was kann die verschärfte Kawasaki ?

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    Kawasaki Z750 R

    Irgendwann einmal war es uns einfach zu viel. R hier, R da – fast schon inflationär wurden für ein paar zusätzliche Aufkleber am Moped ein zusätzliches „R“ in der Namensgebung spendiert. R steht für uns für RACING. Und ein Motorrad mit einem R im Schriftzug muss auch auf der Rennstrecke beweisen was es draufhat.
    Auch wenn das Upgrade Modell Z 750 R heißt. Wo offensichtlich mehr gemacht wurde als ein paar frische Pickerl auf den Tank zu kleben.

    Mit viel Ehrgeiz schoben wir die Z 750 R in die Boxengasse am Slovakiaring. Unser internes 1000PS Regelheft verbietet es auch dem R-Aspiranten weitere Umbaumaßnahmen zu genehmigen. Also keine andere Übersetzung, Racingreifen oder kleine Tuningmaßnahmen. Sie wird so gefahren wie die R-Schöpfer sie in den Schauraum schieben. Also mit den originalen Fußrasten welche hier am Pressemotorrad auf der linken Seite auch noch mit Angstnippel ausgestattet sind. Mit dem serienmäßigen Auspuff, den serienmäßigen Fahrwerkselementen und auch der kompletten Standardbremsanlage. Denn schon mit anderen Bremsbelägen oder Bremsleitungen könnte sich ein Testmotorrad unfaire Vorteile verschaffen.

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    R wie RACING

    Bei den Reifen vertraut der österreichische Kawasaki Importeur in der Presseflotte auf Bridgestone Pneus. Unser Motorrad hat den neuen BT-016 Pro montiert. Ein Straßenreifen welcher auch für gelegentliche Einsätze auf der Rennstrecke geeignet ist. Ein guter Reifen aber bestimmt keine unerlaubte Tuning-Maßnahme da es sich eben um keinen Racingpneu handelt.

    Draußen auf der Strecke glänzte die Kawasaki bei den ersten Runden mit den gleichen Tugenden welche wir auch auf der Straße so schätzen. Der Motor ist ein souveränes Aggregat. Er spricht sauber an, schüttelt die Leistung nicht angestrengt aus dem Ärmel und bietet tolle Mittelklasse Leistung. Die kleineren 600er-Nakedbikes kreischen deutlich aufgeregter um die Leistung aus dem Motor zu kitzeln. In den Kurven kann man das Drehmoment sehr sauber dosieren und den Speed in km/h-Schritten erhöhen. Besonders in den herrlich langen Kurven am Slovakiaring kam uns dieses makellose Teil sehr entgegen.

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    Klar ist man auf der unendlich langen Zielgeraden am Slovakia ein Opfer für die Superbikes. Da kann auch das „R“ im Schriftzug nix ändern. Auf der Rennstrecke fühlt sie sich im obersten Drehzahlbereich nicht sportlich genug an. Das liegt vermutlich an der Auspuffanlage welche ein herzhaftes Ausdrehen zu sehr dämpft.

    Die Fahrwerkselemente machten überraschenderweise viel mit. Die Turns gingen über 30 Minuten und der Spaß im Sattel wurde nicht getrübt. Klar wären härtere Gabelfedern vorne ein tolles Investment und ein anderes Federbein ebenso. Doch auch so wird niemand behaupten können die Z 750 hat das „R“ zu Unrecht erhalten. Nächster kritischer Punkt bei Naked Bikes: Stabilität! Wir fuhren wegen der Onboard-Kamera aufrecht sitzend über die Kuppen und trotzdem kam keine Unruhe im Fahrwerk auf. Gut möglich, dass mit radikaleren Reifen die Sache schon anders aussieht aber so wie wir sie fuhren, bot sie eine astreine Stabilität.

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    Die Z 750 R hat jedoch eine Spaßbremse mit dabei welche ein Testen am Limit unmöglich macht. Nicht das Fahrwerk, nicht die Reifen sondern die Schräglagenfreiheit begrenzten den Speed und die Möglichkeiten hier am Slovakiaring. Auf der rechten Seite streift der Endtopf noch vor den Fußrasten. Das könnte man noch relativ billig mit einer schlanken Slip-On Anlage beheben oder die Blende an der Auspuffseite abmontieren. Auf der linken Seite jedoch sollte man unbedingt die Angstnippel an den Fußrasten lassen. Demontiert man diese nämlich, ist als nächstes der Lichtmaschinendeckel an der Reihe. Und da werden Normalsterbliche für gewöhnlich unentspannt wenn dieser kratzend aufsetzt. Da fehlt es offen gesagt ordentlich an Schräglagenfreiheit und der Rest vom Motorrad würde definitiv noch mehr bieten. Das ABS oder die Bremserei zum Beispiel boten uns hier eine ausgezeichnete Performance. Das „Mittelklasse Bike“ mit „Mittelklasse ABS“ hat in den Bremszonen keine echten Schwächen offenbart. Der Asphalt hier auf der neuen Rennstrecke ist den Bremszonen makellos, keine Frage, trotzdem darf ein Wort des Lobes nicht fehlen.

    Insgesamt trägt für uns die Kawasaki Z 750 das R zu Recht. Sie macht bei Trackdays definitiv viel Freude. Wer jedoch energisch auf Rundenzeitenjagd gehen möchte, muss ins Fahrwerk investieren. In erster Linie um Schräglagenfreiheit zu gewinnen. Danach könnte man sogar über ein „RR“ im Namenskürzel nachdenken.

    Quelle: http://www.1000ps.at

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