Testbericht – Dunlop Roadsmart 2

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    Dunlop Roadsmart 2

    Dunlop macht den Roadmsart noch besser. Der sportliche Tourenreifen wird zum Universaltalent und deckt von der GSX-R 750 bis zur RT 1200 von BMW alles ab.

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    Wie auf Mallorca beim Poolliegenkrieg. In Reih und Glied standen die feinsten Nakedbikes, Tourer und Sporttourer vor dem Hotel auf Korsika. Allesamt bereift mit frischen Dunlop Roadsmart 2 Pneus. Abfahrt um 08:15 Uhr. Die ersten deutschen Journalistenkollegen schlenderten schon um halb Acht um die Motorräder und platzieren ihr Handtuch – Verzeihung – ihren Helm auf dem Favoritenofen.

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    Ich selbst entschied mich für die 990er SM-T von KTM und startete zufrieden meine Tour. Dunlop hat es sich hier nicht leicht gemacht. Man hätte wie die meisten Hersteller auch, eine Runde in Sardinien für den Reifentest ausstecken können. Denn dort ist der Asphalt von rennstreckenähnlicher Güte, die Radien traumhaft und der Reifen wird zwangsläufig zum Weltpneu. Ganz anders präsentieren sich die Straßen auf Korsika. Oben auf den Bergen ist der Asphalt von Frostbeulen zersetzt, die Radien variieren und die Asphaltgüte ändert sich hinter jeder Ecke. Ein Tourenpneu der hier funktioniert, für den wird die Alpentour zur Kinderjausen.

    Auf den ersten flüssigen Kurven achtete ich zuerst auf das Handling. Denn die SM-T ist eine echte Fahr- und Spaßmaschine und ich hätte ihr offen gesagt privat niemals so einen vermeintlich lauwarmen Tourenpneu montiert. Doch der Roadsmart 2 lenkt ausgesprochen willig ein, hat wenig Aufstellmoment und ist auch in Wechselkurven ein wendiger Reifen. Insgesamt bestand für mich auch nach der langen Testfahrt keinerlei Grund einen sportlicheren Pneu aufs Motorrad zu schnallen. Der Roadsmart 2 wildert ganz klar im Revier von Sportsmart, Pilot Power, BT-016 und Co. Nur eben mit mehr Laufleistung. Doch auch die anderen Hersteller bauen Reifen auf ähnlichem Niveau und Dunlop musste sich vor allem in zwei Bereichen verbessern.

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    Oben auf den Bergen glich der Asphalt einer Buckelpiste, besserte sich dann jedoch, hatte aber immer wieder ein paar Buckel für Mensch und Maschine zu bieten. Bisher war es so, dass die Dunlop Tourenreifen und auch Sportpneus bekannt für Präzision und tollen Grip sind, aber beim Fahrkomfort im Vergleich zum Michelin und Metzeler abbeißen. Da hat Dunlop nun deutlich nachgebessert. Bei den tiefen Schlaglöchern konnte uns auch das beste schwarze Gold nicht vor Tiefschlägen vom Tank bewahren, doch die bockharte Verbindung zum Asphalt gehört der Vergangenheit an. Trotzdem konnten wir dann auf den frisch asphaltierten Stellen die Dunlop-typische Präzision genießen und auch die harten Linien fahren.

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    Ich begann zu grübeln und versuchte mich an die Powerpoint Folien des gestrigen Abends zu erinnern. Die Dunlop Techniker sprachen von „Liquid Polymers“, eine technische Errungenschaft bei den Rohstoffen welche nun den nächsten Entwicklungsschritt bei den Reifen möglich machte.

    Viel Augenmerk legte Dunlop auch auf die Aufstandsfläche der Reifen welche über den gesamten Schräglagenbereich möglichst konstant bleiben soll und erst bei großer Schräglage abnimmt. Gerade in hoher Schräglage wurde die Auflagefläche jedoch im Vergleich zum Vorgängerpneu vergrößert. Der Techniker präsentierte Bilder und Simulationen in schillernden Farben und berichtete auch, welch großen Einfluss das Profil auf eine optimierte Aufstandsfläche hat. Egal ob Hauptentwicklungsziel oder nicht, der Roadsmart 2 hat ein gelungenes Antlitz welches der sportlichen Performance des Reifens würdig ist.

    Noch intensiver konnten wir den Reifen am 2. Tag im Dunlop Testzentrum bei Mireval in Südfrankreich testen. Drei Teststationen musste das schwarze Gold über sich ergehen lassen. Besonders beliebt bei uns verwöhnten Journalisten: Der WET-Test. Bei strahlendem Sonnenschein wird ein wunderbarer Handling-Parcoures mit Sturzbächen unter Wasser gesetzt. Man nimmt sich zwar vor die Testerei hier ganz vorsichtig angehen zu wollen, doch spätestens wenn der erste Kollege innen vorbeisticht wird mit großem Eifer gefahren.

    Beeindruckend! Anders kann man die Leistungsfähigkeit von einem solch modernen Sporttouring-Pneu hier im Nassen nicht mehr bezeichnen. Dunlop scheute die Konkurrenz nicht und stellte zwei weitere CB 1000 R bereift mit Michelin Pilot Road 3 und Bridgestone BT-023 zur Verfügung. Beim Anbremsen waren die Pneus für mich auf ähnlich hohem Niveau, in langen Rechtskurve jedoch schenkte ich dem Dunlop aber auch dem Michelin etwas mehr Vertrauen. Die Messergebnisse beim Data-Recording aber auch die Eindrücke der anderen Kollegen verdeutlichten dieses Bild: Der Dunlop Roadsmart 2 bietet im Nassen in etwa die gleiche Leistung wie der bisherige Referenzpneu der Pilot Road 3.

    Im offenen Gespräch mit dem Techniker erläuterte er mir den Stand der Dinge. Fakt ist: Die Pneus der Premiumanbieter liegen alle auf einem hohem Niveau. Der aktuellste Reifen hat eben immer einen leichten Vorsprung da er den aktuellsten Stand der Rohstofftechnik, Produktionstechnik und der Reifentechnologie im Allgemeinen beinhaltet. Interne Dunlop-Tests sollen gezeigt haben, dass man im Trockenen in Sachen Stabilität, Grip und Handling den Michelin Pilot Road 3 schlägt aber bei der Laufleistung um ca. 8-10% hinten liegt.

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    Mit dem Tourenpneu auf die Rennstrecke

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    Noch interessanter dann jedoch der Test auf der hauseigenen Rennstrecke. Der Rundkurs ist 3,3km lang und bietet alle nötigen Passagen um den Reifen hart an den Zahn zu fühlen. Nochmal zur Erinnerung. Wir testen hier einen Tourenreifen welcher doch etwa 8.000-12.000 km Laufleistung bieten soll, der am Tag davor die Buckelpiste von Korsika hinter sich brachte, vorhin eben meisterlich durch den WET-Test wedelte und nun ganz normal bei 25 Grad Lufttemperatur auf einer GSX-R 750 montiert auf die Strecke geschickt wird. Auch nun wieder im direkten Vergleich mit den direkten Konkurrenten. Sowohl bei den Reifen, als auch bei den Journalistenkollegen.

    Ganz große Klasse! Der Dunlop lenkt linear, einfach zu beherrschen und vertrauenserweckend ein. Egal in welcher Schräglage man sich befindet, werden Impulse am Lenker mit einer exakten Übersetzung immer in noch mehr Schräglage umgesetzt. Dabei wirkt das Fahrzeug niemals kippelig, aber auch keinesfalls träge. Würde ich es nicht wissen, hätte ich mein letztes Hemd verwettet hier zumindest einen sportlichen Straßenreifen auf den Felgen zu haben. Ein Turn dauerte überschaubare 5 Runden – genug um den Reifen kräftig auf Temperatur zu bringen, aber natürlich in einem für diese Reifengattung realistischen Rahmen. Klarerweise müssen wir am Kurvenausgang etwas mit dem Gas sparen, aber wir fuhren definitiv Geschwindigkeiten und Linien welche auf öffentlichen Straßen nur sehr schwer möglich sind. Ganz klares Urteil: Auch für sehr sportliche Piloten bietet dieser Reifen genug Grip und genug Präzision um mächtig andrücken zu können.

    Während der Michelin im Nassen eine große Nummer war, überzeugte er mich persönlich auf der Rennstrecke nicht mehr 100%ig. Er bot ein ähnliches Gripniveau, hatte aber am Vorderrad nicht dieses lineare Einlenkverhalten. Vor allem nicht so routinierte Fahrer werden auf der Straße da etwas geschreckt reagieren.

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    FAZIT
    Fazit: Der Roadsmart I war ein guter Reifen. Doch Dunlop hat sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht und einen guten Pneu im Detail verbessert. Stammkunden erfreuen sich an einer ähnlichen Charakteristik zum Vorgänger jedoch mit mehr Komfort und höherer Laufleistung. Die lieben Ingenieure sollen sich nun aber nicht zufrieden ins Sofa fallen lassen sondern hurtig die Arbeit am Roadsmart 3 aufnehmen. Wir freuen uns schon wieder auf die Canapes am Strand und noch mehr Grip, Laufleistung und Feedback.

    Selbstverständlich haben wir den Reifen Dunlop RoadSmart 2 auch schon auf der Seite für Motorradreifen Bewertungen – http://www.gripguru.at – bewertet.

    Quelle: http://www.1000ps.at

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