Steigende Motorrad-Unfallzahlen im 1. Halbjahr 2011

Startseite Board Internes News / Blog Steigende Motorrad-Unfallzahlen im 1. Halbjahr 2011

  • Dieses Thema ist leer.
Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #3303
    LH-RulesLH-Rules
    Teilnehmer

    Steigende Motorrad-Unfallzahlen im 1. Halbjahr 2011

    In der heurigen Motorradsaison verunglückten allein bis Mai 1.392 Moped- und 805 Motorradfahrerinnen und -fahrer auf Österreichs Straßen. 15 Motorradfahrerinnen und -fahrer wurden getötet, während es im Vergleichszeitraum 2010 drei waren. Aufgrund dieser Entwicklung organisierte das Verkehrsministerium gestern einen “Roundtable Motorradsicherheit” mit den Verkehrssprecherinnen und -sprecher aller Parlamentfraktionen sowie führende Verkehrsexpertinnen und -experten zu. Gemeinsam soll diese Entwicklung analysiert werden.

    Mit den ersten großen Verkehrssicherheitspaketen wurden höhere Strafen und längerer Führerscheinentzug bei Alkohol am Steuer und für Extremraser festgelegt. Auch für Motorradfahrerinnen und -fahrer wurden wirkungsvolle Maßnahmen, wie die Verbesserung der Fahrausbildung, spezielle Bremstechnikfahrsicherheitstrainings und technische Richtlinien zur Verbesserung der Infrastruktur umgesetzt. Die Verkehrsministerin ersuchte darüber hinaus alle Landeshauptleute, ebenso wie im hochrangigen Straßennetz, auch in ihrem Straßennetz die Gefahrenstellen zu eruieren und beispielsweise mit einem Unterfahrschutz für Leitschienen zu entschärfen.

    Diesen Weg setzt die neue Führerscheinnovelle fort, die Anfang Juli den Nationalrat passiert hat. Die Fahrausbildung für Motorradfahrerinnen und -fahrer wird damit ab 2013 durch den stufenweisen Zugang zu schweren Motorrädern nochmals verbessert.

    Die großen Verkehrsklubs haben dazu schon ein paar Lösungsvorschläge im Köcher.
    Die zwei ÖAMTC-Säulen für mehr Motorradsicherheit:

    1.) Erhöhung von Gefahrenbewusstsein und Eigenverantwortung: “Grundbedingungen für sicheres Fahren sind Gefahrenbewusstsein und Eigenverantwortung”, ist Schmerold überzeugt. “Das spielt sich in den Köpfen ab. Deshalb sind bewusstseinsbildende Maßnahmen so wichtig.” Der ÖAMTC befürwortet Initiativen und Kampagnen zur Erhöhung der Motorradsicherheit. Der Club wird sich auch an dem neuen Projekt “Naturalistic Riding” beteiligen. Ergebnis der heute vereinbarten Grundlagenarbeit sollten außerdem gezielte Fahrtechniktrainings sein, zu denen der ÖAMTC bereits Vorarbeit geleistet hat. Neben der Fahrzeugbeherrschung stehen das Erkennen von Gefahrensituationen und das Erlangen von Risikokompetenz im Vordergrund. Eine Förderung dieser freiwilligen Fahrtechniktrainings aus Mitteln des Verkehrssicherheitsfonds bleibt eine Forderung des Clubs.

    2.) Technische Sicherheitssysteme: Wenn der Mensch zu spät reagiert, gibt es oft noch eine kleine Chance, dass elektronische Systeme rettend eingreifen. Ein ÖAMTC-Test im Vorjahr hat gezeigt, dass eine Notbremsung mit einem Motorrad ohne ABS eine Gratwanderung ist. Vor allem die Gefahr eines blockierenden Vorderrads ist groß. Ab 2017 soll es eine verpflichtende Ausrüstung von einspurigen Kraftfahrzeugen mit ABS geben. “Das ist zu spät”, stellt der ÖAMTC-Generalsekretär klar. “Der Club setzt sich auf europäischer Ebene dafür ein, dass die Hersteller bereits ab 2015 klare rechtliche Vorgaben haben.” Ministerin Bures hat heute Unterstützung für diese ÖAMTC-Forderung signalisiert.

    Nicht zuletzt kommt auch der Exekutive eine wichtige Rolle zu. “Polizeipräsenz bremst ein”, sagt Schmerold, der sich verstärkte Kontrollen an neuralgischen Stellen wünscht.
    Der ARBÖ unterstützt weiteres Sicherheitspaket für Motorradler

    “Österreich muss alles tun, um auch in Zukunft die Motorradunfälle massiv zu reduzieren, wie es bereits in den letzten Jahren erfolgreich geschehen ist”, unterstreicht ARBÖ-Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz, nach der Teilnahme an diesem Gespräch. “Wir sagen ja, zur geplanten Ausrüstung der Leitplanken mit Unterschutz und der von Bundesministerin Bures vom Verkehrssicherheitsfonds dafür zur Verfügung gestellten eine Million Euro. Wir appellieren an Länder und Gemeinden, die ausgestreckte Hand der Verkehrsministerin anzunehmen und diese Gelder aufzustocken, sodass die ärgsten Unfallfolgen für Motorradfahrer auf Landes- und Bundesstraßen – wo ja die meisten Unfälle passieren – vermieden werden.”, so Ninz.

    Der ARBÖ leistet aktive Hilfe bei der geplanten Echtzeit-Studie und bei der geplanten Informationsoffensive. Durch die Echtzeitstudie, für die der ARBÖ Versuchsfahrer zur Verfügung stellen wird, erwartet sich der ARBÖ praktische Hinweise darauf, wie Motorradunfälle tatsächlich zustande kommen. “Wenn 37 von 48 getöteten Pkw-Lenkern selber Schuld am Unfall sind, ist es umso wichtiger genau zu prüfen, wo die Gefahrenquellen lauern.” Besonderes Augenmerk ist auf die praktischen Erfahrungen der ARBÖ-Instruktoren mit Motorradfahrern “45plus” zu legen, die Jahrzehnte lang auf keinem Zweirad gesessen sind und die ihr eigenes Fahrvermögen oft überschätzen und in Krisensituationen oft überfordert sind. Mehr Sicherheitstrainings, wie sie der ARBÖ in seinen Fahrsicherheits-Zentren anbietet, sind eine sinnvolle Verbesserungsmaßnahme. Der ARBÖ unterstützt auch das Vorhaben der Bundesministerin, auf EU-Ebene die verpflichtende Ausstattung der Neumotorräder mit ABS von 2017 auf 2015 vorzuverlegen, weil dadurch Unfälle in Bremssituationen vermieden werden können.

    Quelle: BMVIT, ÖAMTC, ARBÖ

    Motorradunfall.jpg

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.