Bridgestone BT-023 – Test

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    Schon wieder neu! Die beliebte Sporttouring Linie von Bridgestone. Jetzt mit mehr Nassgrip

    Bridgestone BT-023

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    “Schon wieder neue Reifen?”, dachte ich, als die Info vom neuen BT-023 ins 1000PS Büro flatterte. Die Generationswechsel bei den Motorradreifen werden mit einem Marschtempo vorangetrieben, dass einem die Entwicklungsingenieure leid tun können. Denn die neuen Reifen der heurigen Saison waren allesamt keine Prospekthelden, sondern wieder irre Schritte nach vorne. So wie ich die von Ehrgeiz getriebenen japanischen Techniker einschätze, werden sie es bestimmt nicht wagen, den guten Ruf der Linie BT-020 und BT-021 zu gefährden und ebenfalls ein tolles Produkt abliefern. Quasi als Qualitätsgarant ist der MotoGP Chefentwickler Shinji Aoki mit im Team. Da kann doch nix mehr schief gehen?

    Grundsätzlich waren die BT-021 Pneus gute Reifen. Doch die Gegner hatten vor allem beim Nassgrip schwer investiert und zugelegt. Ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt beim neuen 023er war also die Erhöhung des Grips auf nasser Fahrbahn. Mir persönlich entlockt das große Begeisterungsstürme, sitze ich doch ausnahmslos bei Schönwetter im Sattel. Doch die Zielgruppe dieser Pneus sind nun mal ECHTE Tourenfahrer. Und bei einer 5.000 km Tour quer über die Alpen kann schon mal ein lausiger Tag dabei sein.

    Bei Bridgestone wurde der Hebel in 2 Bereichen angesetzt. Zum einen wurde dem BT-023 ein neues Profil spendiert. Zum anderen mussten die Chemiker zeigen, was Sie drauf haben. Der Mischung wurde ein erhöhter Silica Anteil beigemengt. Damit das Prospekt auch richtig voll wird, spricht man zusätzlich dazu auch noch von neuen “RC Polymeren”, welche die temperaturabhängigen Änderungen der Gummimischungen kontrollieren sollen. Fakt ist: Silica ist gut im Regen, aber war früher bei hohen Temperaturen kontraproduktiv.

    Bei den aktuellen Pneus ist das definitiv nicht mehr so. Beim Hardcore Test am Pannoniaring hatte es 33 Grad im Schatten und die Asphalttemperatur lag vermutlich auf Herdplattenniveau. Trotzdem hielten die neuen Reifen überraschend lange durch. Der gute Grip auf der Strecke ist aber nicht nur den Chemikern alleine zu verdanken. Das neue Profil sorgt auch im Trockenen vor allem beim Anbremsen für ein gutes Gefühl beim Vorderreifen. Alte Bekannte unter der Rubrik “Features” sind die verschiedenen Mischungen an der Laufflächenmitte und am Reifenrand sowie der “Mono Spiral Belt”. Ich möchte den Entwicklern der anderen Technologien im Bridgestone-Team nicht zu Nahe treten, doch mein Gefühl sagt mir, dass in dieser Technik der Schlüssel zum Erfolg des Reifens liegt.

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    HTSPC-MSB

    Wer beim Fachsimpeln gerne große Reden schwingt: High Tensile Super Penetrated Cord -Mono-Spiral Belt. Hinter diesem irrsinnig griffigen Namen verbirgt sich eine echte Kernkompetenz in der Bridgestone Reifenentwicklung. 5 hochwertige Stahlfäden werden verdrillt, in Gummi gelagert und bilden eine endlose Karkasse unter dem Gummi. Durch die innere Reibung zwischen den Stahlfäden im Gummi werden Schläge besonders gut gedämpft. In der Praxis hat man somit ein “kleines eingebautes Fahrwerk” im Reifen mit dabei. Optimale Aufstandsfläche, Dämpfung und Stabilität werden damit sichergestellt.

    Die neue Suzuki GSX-F 1250 ist ein tüchtiger Tourensportler. Das ideale Betätigungsfeld für den BT-023. Auf den schnellen Passagen passt die Stabilität sowohl auf der Geraden als auch in den Kurven. Je länger man im Sattel sitzt, umso mehr lernt man den Fahrkomfort des Reifens zu schätzen. Auch hier liegt die Ursache in der schlauen Konstruktion der Reifenkarkasse.

    Nicht überprüfen konnten wir die Angaben von Bridgestone zum Thema “gesteigerte Laufleistung”. Die neue Mischung soll nicht nur für mehr Grip, sondern wie in der Reifenentwicklung üblich, auch für mehr Laufleistung sorgen. Um das Thema Laufleistung als auch das Thema Nassgrip ausgiebig zu testen, wird unsere reisesüchtige Kollegin mit der GSX-F samt BT-023 eine zünftige Frankreich-Tour unternehmen. In 4 Wochen wissen wir also mehr.

    Zweifellos eine gute Investition von Bridgestone war die Entwicklung einer speziellen Reifenpaarung für schwere und schnelle Motorräder. Also für Bikes wie FJR 1300, K 1300 GT oder R 1200 RT. Hier gibt es eine spezielle “GT” Variante mit dem oben beschriebenen MS-Belt sowie einer zusätzlichen Gürtellage. Das sorgt auch bei voller Reisekonfiguration und Highspeed für Stabilität.

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    Wer die Vorgängerreifen gemocht hat, wird auch den Nachfolger lieben. Der Charakter des Reifens blieb erhalten, doch der technologische Fortschritt würde in angenehme und fühlbare Verbesserungen investiert. Der neue Reifen ist in jeder Hinsicht ein wenig besser als die Vorgänger. Der große Schritt wurde beim Nassgrip hingelegt. Doch wer hier auf meine Expertenmeinung vertraut, der hat auf Sand gebaut. Denn ich teste vorzugsweise bei Sonnenschein. Die Prospektüberprüfung erfolgt durch die Kollegin auf der kommenden Tour. Nachzulesen in 4 Wochen auf 1000PS.

    Quelle: http://www.1000ps.at

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