Beziehungsstatus: „Es ist schwierig“, oder „Die Deutschen und die Moto 2“

Reicht Angriffslust allein?

Vier Talente Namen dieses Jahr an der Moto 2 Meisterschaft teil. Doch so zu glänzen, wie es 2012 Stefan Bradl tat, schaffte keiner.

Woran kann das liegen?

Sandro Cortese befand sich in seiner dritten Saison in der Moto 2. Vor der Saison schien er Top motiviert und mit, dem für Ihn gegründeten, Intact Racing Team gut aufgestellt. Seine Sternstunde kam jedoch erst in Motegi, wo er als dritter das Rennen beenden konnte. Oft kamen ihm bereits bekannte Schwächen in die Quere. Lichte Momente in Trainings und Qualifyings ließen aufhorchen. Doch eine gute Basis wurde mit Hilfe schlechter Starts und zu langsamen Anfangsphasen im Rennen zu Nichte gemacht. Sein Cheftechniker Jürgen Lingg scheint ratlos. Am Motorrad liegen die Ergebnisse seines Erachtens nicht, Sandro ist in Bringschuld.

Mit mittleren Punkteplätzen kämpfe sich Sandro zu einem elften Saisonplatz. Nicht das Ergebnis, welches er erhofft und Sponsoren sowie Team erwartet hatten.

Verheissungsvoll jedoch die Vorzeichen für 2016. Tests und neue Teamaufstellung versprechen Spannung.

Einen Top-Ten Platz strebte auch Marcel Schrötter an. Auf gute Ergebnisse im Jahr 2014 wollte er, mit seinem Tech-3 Eigenbau, anschließen. Leider schien die Entwicklung im Winter nicht adäquat vorangeschritten zu sein. Nur im Regen von Japan war es Marcel möglich die technischen Nachteile mit seinem Talent auszugleichen und unter den ersten Zehn ins Ziel zu kommen. Kurz vor Schluss wurde er von Sam Lowes auf den neunten Rang verdrängt. Malaysia hingegen ließ Schrötter, im wahrsten Sinne des Wortes, auf den Boden gleiten. Chattering, schlechter Gripp an beiden Rädern und Null Feedback brachten ihn zum Sturz. Ende der Saison standen immerhin 32 Punkte auf seinem Konto, Rang 20.

Von diesen Ergebnissen hätte Florian Alt in seinem Rookie-Jahr nur träumen können. Als Titelanwärter in der spanischen Moto 2-WM war er in die WM gewechselt. Doch hier ging es für Ihn höchstens um die goldenen Ananas. Mit einer von nur zwei Suter-Maschinen im Feld kam Alt auf keinen grünen Zweig. Sein Heimrennen am Sachsenring konnte er aufgrund eines Sturzes im FP 3 erst garnicht antreten. Qualifying-Plätze am Ende der 20er machten keine Hoffnung auf positive Rennausgänge. In Valencia  präsentierte er sich zwar in einer Form, die eines Moto-2 Fahrers für 2016 würdig erschien, zu Punkten reichte es jedoch trotzdem nicht. Leider konnte er jedoch kein Team für 2016 überzeugen. Wo er starten wird ist unklar. In der Moto 2 wird es jedoch nicht sein.

Da war aber noch wer, einer dessen Maschine mit weniger Sponsoren-Aufklebern geschmückt war, als viele Motorräder in der Seriensport Meisterschaft. Jonas Folger, er lies hoffen! Der Auftaktsieg in Qatar lies alle von den Sofas aufspringen und große Hoffnungen wachsen. Stark variierende Ergebnisse, irgendwo im Mittelfeld bis zum Podium ließen jedoch bereitwillig Motivation, wieder aufs Sofa zurück zu sinken. Schade! Einmal bremste Jonas ein platter Reifen ein, einmal schlechtes Feedback und ein anderes mal vielleicht die daraus resultierende Frustration. Immerhin, der Sechste Gesamtrang lässt hoffen und Erwartungen wachsen.

Mit Ende der Saison 2015 wechselte Folger zum Intact-Racing Team. Sein neuer Teamkollege, Sandro Cortese.

Ein Team in dem Deutsch gesprochen werden kann, hilft schneller Kommunikation und somit schneller Lösungsfindung. Die Zeichen stehen auf Sieg. Nur Weltmeister Johan Zarco konnte bei den Test schneller, als die beiden Deutschen, von A nach A fahren.

Was heißt das für 2016?
Die Karten sind gemischt, jetzt heißt es für die Teams, sortieren und Schlachtplan aushecken.

Eines ist aber sicher. Das Intact-Racing Team hat nun mindestens zwei Asse im Ärmel.

Sie müssen nur richtig gespielt werden und schon ist das Jubeln nächstes Jahr groß.

Die Spannung steigt.

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